Das Bauprojekt – Hilfe vor Ort in Lomé

Nachdem wir Ihnen einen kurzen, generellen Überblick über unsere Arbeit als gemeinnütziger Verein gegeben haben, möchten wir Ihnen unser erstes, wichtiges Projekt vorstellen: das Bauprojekt.

Ein neues Zuhause für das Waisenhaus Cador

Das Bauprojekt beginnt im Sommer 2012. Ungeplant. Überraschend. Es entsteht aus der Not heraus. Das Waisenhaus Cador droht zwar schon seit etwa zwei Jahren aufgrund akuter Mietrückstände sein Zuhause zu verlieren, doch alternative Ideen gab es bislang nicht. Lea Engel erfährt 2012 zu Beginn ihres zweiten Freiwilligen-Aufenthaltes in Togo von dem Problem. Sie hat im Vorfeld im kleinen Stil Spenden gesammelt, um das Waisenhaus zu unterstützen. Mit Hilfe dieser Spenden kann sie fünf Monate Mietschulden begleichen – das kostet etwa 610€ – viel Geld für ein Waisenhaus in Togo, doch im Vergleich zu unserer Lebenswelt in Deutschland ein verschwindend geringer Betrag. Betrachtet man die finanzielle Situation des Waisenhauses, wird deutlich, wie kritisch die Lage ist: Die Mietrückstände belaufen sich immernoch auf mehr als ein Jahr – in nackten Zahlen ausgedrückt über 1.500€. Nach Gesprächen mit der Hauseigentümerin erfährt Lea Engel, dass diese bereits einen Gerichtsvollzieher beauftragt hat, die Kinder des Hauses zu verweisen. Gemeinsam mit der Direktorin des Waisenhauses schafft sie es, die Räumung des Hauses zunächst zu verhindern. Doch vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Besitzerin mit ihrer Geduld am Ende ist. Die Zwangsräumung hängt wie ein Damoklesschwert über den Kindern im Waisenhaus – mit jedem Monat der verstreicht, steigt auch der Schuldenberg.

Existenzängste

Das Weiterbestehen des Waisenhauses ist in Gefahr. Und eines ist klar: Ohne Wohnraum ist eine Versorgung der Kinder unmöglich. Die Direktorin weiß, dass der einzige Ausweg aus den Schulden der Erwerb von Land und der Bau eines eigenen Gebäudes ist. Lea Engel trifft die Entscheidung, Spenden zu sammeln, um dem Waisenhaus Cador die Finanzierung eines Neubaus zu ermöglichen. Dies ist der Moment, in dem die Zusammenarbeit mit dem Waisenhaus in der Art und Weise beginnt, die später zur Gründung des Vereins Cador-Hilfe e.V. führen soll. Das gemeinsame, ehrgeizige Ziel ist die Errichtung eines Gebäudes mit zwei Schlafsäalen, Küche, Ess- und Arbeitszimmer, Dusch- und Toilettenräumen, Bekleidungszimmer sowie Schlafzimmern für die Mitarbeiter und Freiwilligen. Außerdem soll eine Wasserpumpe vorhanden sein, damit fließendes Wasser jederzeit verfügbar ist. Auf lange Sicht soll auch ein Stromanschluss das Leben der Kinder erleichtern.

(Nur) der erste Schritt

Lea Engel sammelt zunächst gemeinsam mit Freunden und Familie Spenden für das Projekt. Es finden sich Spender in Deutschland, Österreich, Großbritannien und Nordirland. Gleichzeitig werden in Togo Nachforschungen angestellt, um ein geeignetes Grundstück zu finden. Dabei spielt in Togo das berühmte „Vitamin B“ eine entscheidende Rolle: Persönliche Beziehungen sind im Alltag des westafrikanischen Landes wichtiger als Behördengänge und korrekt ausgefüllte Formulare. So ist der extrem begrenzte finanzielle Rahmen natürlich ein Problem, das sich aber nicht als unüberwindbare Hürde erweist. Fündig wird man schließlich in der Nähe des Dorfes Atako, das zum Stadtteil Segbe am äußeren Rand der Hauptstadt Lomé gehört. Das Gebiet ist derzeit noch nicht erschlossen, doch in der Umgebung haben bereits einige größere Bauprojekte begonnen und in etwa drei bis fünf Jahren sollte es zum städtischen Raum gehören. In der Nähe befinden sich zwei Schulen – eine privat, eine öffentlich –, die zu Fuß erreichbar sind. Die Direktorin des Waisenhauses kennt die bisherige Grundstückseigentümerin glücklicherweise persönlich und kann so einen niedrigen Preis aushandeln, wobei aufgrund der finanziellen Lage trotzdem eine Ratenzahlung die einzig realisierbare Kaufoption bleibt. Es werden Gespräche mit dem Dorfchef, dem Verwalter der Grundstücke und der Eigentümerin geführt. Mitte November 2012 sind dann schließlich alle bürokratischen Hürden genommen und der Bau des neuen Waisenhauses beginnt.

Die ersten Gelder für das Hausbauprojekt werden übergeben.

Viele Hände für die eigenen vier Wände

Durch die ersten Spendenaktionen kam innerhalb weniger Monate eine Summe zusammen, die es ermöglicht hat, die ersten wichtigen Arbeitsschritte durchzuführen. Mit Hilfe dieser Gelder wurde das Fundament gelegt, Bohrungen für eine Wasserpumpe unternommen und es konnten sogar schon die ersten Wände errichtet werden. Der Bau geht langsam voran, da nach jedem Bauabschnitt auf neue Spenden gewartet werden muss. Das ist in Togo aber durchaus üblich, da die meisten Menschen nicht über große finanzielle Mittel verfügen. So kann sich das Ergebnis bereits sehen lassen, doch es wird noch sehr viel Unterstützung benötigt, bis die Kinder ihr neues Zuhause beziehen können. Derzeit versuchen wir etwas Kapital anzusammeln, um die nächsten Baumaterialien einkaufen zu können. Jetzt da der Cador-Hilfe e.V. offiziell gegründet ist, arbeiten wir verstärkt an dem Bauprojekt. Lea Engel betreut das Projekt für die nächsten Monate vor Ort. Es ist unser großes Ziel, den Neubau für das Waisenhaus zu realisieren und somit dem Waisenhaus seine größte Sorge zu nehmen. Helfen Sie uns, dieses Ziel zu erreichen! Helfen Sie uns, dem Waisenhaus Cador und den Kindern eine neue Perspektive zu verschaffen!

Der Fortschritt auf der Baustelle ist nicht zu übersehen.

Hier finden Sie alle weiteren Informationen zum Bauprojekt.

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