Aktuelle Arbeit vor Ort in Lomé

Lea Engel war von Mitte März bis Mitte Juli im Waisenhaus Cador in Togo und arbeitete dort vor Ort für den Cador-Hilfe e.V. Nach 4 Monaten Aufenthalt in Togo ist sie nun seit einigen Tagen wieder in Deutschland zurück. Die Projektverantwortung vor Ort wurde an die Leiterin des Waisenhauses Dorcas Kpodoh übergeben. Der Arbeitsbereich verändert sich selbstverständlich nicht. Unser zentrales Ziel mit dem Cador-Hilfe e.V. ist weiterhin die Verbesserung des Lebensstandards der im Waisenhaus Cador lebenden Kinder. Es bedarf vieler kleiner Schritte, um dieses große Ziel zu erreichen. Wir sind gerade dabei, diese Schritte zu gehen und auch wenn noch viel zu tun ist, sind wir bereits auf einem guten Weg. Wir möchten mit diesem Beitrag auf unsere Arbeit der letzten Monate zurückschauen und Ihnen einen Überblick über unsere aktuelle Arbeit vor Ort in Lomé geben.

Als Lea im März in Togo ankam stieß sie auf viele Probleme im Waisenhaus. Vor allem im Bereich der Betreuung und Ernährung der Kinder gab es Engpässe. Mit Hilfe des Cador-Hilfe e.V. und in enger Zusammenarbeit mit der Leiterin des Waisenhauses begann Lea, die bestehenden Probleme zu lösen. Konkret hieß dies eine Umstellung des Ernährungsplans, personelle Veränderungen im Waisenhaus und einige Anpassungen bezüglich der Unterkunft der Kinder.

Jetzt, gute 4 Monate später, hat sich im Waisenhaus bereits viel zum Positiven verändert. Der Ernährungsplan wurde komplett umgestellt: Neben der großen Menge an Kohlenhydraten, die hier Hauptbestandteil der Mahlzeiten ist, bekommen die Kinder jetzt jeden Tag auch Gemüse und Proteine wie Fisch, Fleisch oder Tofu. Ihr Menü variiert nun jeden Tag und wurde in der Schulzeit um eine Zwischenmahlzeit am Nachmittag ergänzt. Eine weitere Verbesserung ist die Erweiterung des Ernährungsplans um Obst, welches den Kindern täglich wichtige Vitamine liefert. Durch das tropische Klima in Togo, schmeckt Obst dort natürlich sehr viel besser als bei uns in Deutschland. In der Schulzeit wurde ein kleines Taschengeld für die Kinder eingeführt, sodass sie sich in der Schule (wie ihre Schulkameraden auch) eine Kleinigkeit zu essen kaufen können.

Israel mit einem Obstvorrat für ein paar Tage.

Auch personell gab es einige Umstellungen im Waisenhaus: Die ehrenamtliche Betreuungskraft wurde durch zwei neue Mitarbeiter ersetzt, was das allgemeine Klima im Waisenhaus extrem verbessert hat. Leider hat einer der Mitarbeiter Anfang Juni aus familiären Gründen die Stadt und somit auch das Waisenhaus verlassen. Wir suchen daher nun einen Ersatz für ihn, der, sobald es die finanzielle Situation erlaubt, eingestellt werden soll. Derzeit arbeitet nur die 30-jährige ‚Tata‘ Vivianne im Waisenhaus Cador. Sie kümmert sich um Essen, Wäsche, Erziehung und alle anderen Hausarbeiten im Waisenhaus. Diese Arbeiten sind sehr viel für eine einzelne Person. Vivianne ist jedoch eine sehr liebenswerte Person, scheut keine Mühe und arbeitet gerne und hart. Sie wohnt zusammen mit den Kindern im Waisenhaus und kümmert sich so rund um die Uhr um sie.

Tata Vivianne (hier mit Miriam).

Auch die derzeitige Unterkunft der Kinder wurde verändert. Durch Ihre Spendengelder konnten wir den Anschluss des Waisenhauses an das lokale Wassernetz erwirken: Nun werden zweimal am Tag zwei große Wassertonnen durch einen Schlauch mit Wasser gefüllt. Früher mussten die größeren Kinder und die Tata 10 – 15 Mal am Tag Wasser auf dem Kopf nach Hause transportieren. Der Wasseranschluss erleichtert den Alltag im Waisenhaus immens, denn dieses Wasser wird zum Trinken, Kochen, Duschen, Putzen und Wäsche waschen verwendet. Des Weiteren haben wir auch die hygienische Situation verbessern können: Die übervollen Sickerschächte des Waisenhauses, in die das Abwasser fließt, da es keine Kanalisation gibt, wurden geleert. Auch die Toiletten und Duschen wurden instandgesetzt. Natürlich ist die Toilettensituation nicht mit westlichen Standards zu vergleichen, doch das Risiko der Verbreitung von Krankheiten ist nun minimiert und auch die Sauberhaltung wurde erleichtert.

Esther beim Auffüllen des Wasservorrats

Außerdem konnten wir das Dach der Küche, das undicht geworden war, erneuern und eine Küchentür einbauen. Die dort gelagerten Vorräte sind dadurch nun besser geschützt. Ein weiterer Erfolg ist die Verlegung von Elektrizität in der Küche sowie in den Dusch- und Toilettenräumen. Dadurch, dass es in Togo das ganze Jahr über zwischen 18 und 19 Uhr dunkel wird, ist dies eine extreme Erleichterung im Alltag. Weiterhin haben wir ein Bekleidungszimmer für die Kinder eingerichtet, in dem sie nun ihre Kleidungsstücke sauber und ordentlich in Schränken verwahren.

Das neue Bekleidungszimmer

In den letzten 4 Monaten haben wir dank Ihrer Hilfe sehr viel im Waisenhaus Cador bewegt. Der Lebensstandard der Kinder hat sich merklich erhöht und man merkt an allen Ecken und Enden, dass die Kinder zufriedener sind. Die Atmosphäre im Waisenhaus hat sich stark verbessert. Wir setzen diese Arbeit auch weiterhin fort. Um diesen gesteigerten Lebensstandard aufrecht zu erhalten, müssen wir nun aber eine dauerhafte finanzielle Unterstützung sicherstellen. Auch wenn sich im Waisenhaus bereits viel verbessert hat, gibt es immernoch riesige finanzielle Löcher, die es zu stopfen gilt. Das größte Problem ist und bleibt die Miete. Die Hauseigentümerin ist weiterhin extrem verärgert. Sie hat allein während Leas Aufenthalt mehrere Male mit der Zwangsräumung des Hauses und somit dem Rauswurf der Kinder gedroht. Die Mietrückstände haben mit 14 Monaten ein gravierendes Ausmaß angenommen, das sie nicht mehr akzeptieren kann. Die Sicherstellung der regelmäßigen Bezahlung der Miete am Monatsende hat daher zunächst allerhöchste Priorität. Hierfür brauchen wir dringend Ihre Unterstützung. Wir bieten nun verschiedene Patenschaften für die einzelnen Kinder an. Mit diesen Patenschaften können Sie mit kleinen monatlichen Beträgen die Versorgung der Kinder gewährleisten und sie somit auch vor einem Rauswurf aus ihrem Haus bewahren. Zudem haben Sie die Möglichkeit, direkte Hilfe mit einem sehr persönlichen Bezug zu leisten.

Schauen Sie sich doch einmal die Patenschaftsseite auf unserer Website an! Dort erklären wir näher die verschiedenen Patenschaftsmodelle und die Verwendung der Patenschaftsgelder. Sie finden dort außerdem die Lebensgeschichten der einzelnen Kinder. Zum Schluss noch eine weitere Information: Rachelle Agbessi hat Anfang Juli das Waisenhaus Cador verlassen. Rachelle ist Halbwaise. Ihre Mutter fühlt sich nun glücklicherweise wieder in der Lage, sich selbst um ihre Tochter zu kümmern und hat in Absprache mit der Leiterin des Waisenhauses ihre Tochter zu sich genommen. Es sind jetzt also noch 16 großartige Kinder im Waisenhaus Cador zu Hause. Unterstützen Sie uns dabei, dem Waisenhaus Cador und somit diesen Kindern eine bessere Zukunft zu bieten!

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