Ein Bericht aus Lomé: Die ersten Eindrücke, was hat sich verändert und wie haben die Kinder auf ihre Geschenke reagiert?!

Liebe Spender, Mitglieder, Paten, Freunde und Bekannte,

ich bin Dienstagabend nach etwa 12 Stunden Reise gut angekommen im schwülwarmen Lomé (an dem Abend waren es 28°C) wurde herzlich mit viel Freude von allen hier empfangen. Die ersten Tage im Waisenhaus wurde genutzt, um auf den neuesten Stand gebracht zu werden. Ich habe mir viele Geschichten aus dem Waisenhaus und der Schule von den Kindern angehört und lange, sehr konstruktive Gespräche mit der Leiterin des Waisenhauses teilweise bis tief in die Nacht hinein geführt. Der Unterschied, den wir mit unserer Vereinsarbeit im letzten Jahr gemacht haben, ist überall greifbar und das freut mich sehr.

Mittwoch wurden dann die Patengeschenke, die unsere Paten vor meiner Abreise liebevoll ausgewählt und mir geschickt hatten, an die Waisenkinder verteilt und verursachten dabei leuchtende Augen und nebenbei auch viel Ungläubigkeit („Wieso schenkt mir jemand so tolle Sachen, der mich noch nie getroffen hat?“). Die beiliegenden Briefe und Fotos wurden mit viel Freude und ganz vielen Fragen („Tata Léa, ist das derjenige, der mir das alles geschenkt hat?“, „Tata Léa, was ist das für eine Stadt auf dem Bild?“) gelesen und betrachtet. Die in den Päckchen enthaltenen Süßigkeiten wurden natürlich gleich aufgerissen und mit allen „Geschwistern“ („frères et soeurs“ wie die Kinder sagen) geteilt. Alle Waisenkinder haben sich mehrmals bei mir bedankt und immer wieder betont ich solle den Dank an die großzügigen Paten weitergeben. Nach der Verteilung der Geschenke haben alle Kinder gemeinsam für ihre Paten gebetet. Ich habe in den mehr als 13 Monaten, die ich bereits im Waisenhaus Cador verbracht habe, selten so einen harmonischen und glücklichen Tag mit allen Kindern erlebt. Ich denke das spricht schon für sich: Wir konnten wie erhofft mit Kleinigkeiten ganz, ganz viel Freude bereiten. Vielen, vielen Dank dafür an alle Paten!

Bei der Verteilung der Patengeschenke

Bei der Verteilung der Patengeschenke

Bei der Verteilung der Patengeschenke

Bei der Verteilung der Patengeschenke

Bei der Verteilung der Patengeschenke

Die erste Momentaufnahme im Waisenhaus machte bereits die ersten notwendigen Veränderungen im Leben der Kinder deutlich: Die „Hausuniformen“ (zur Erleichterung der Wäsche (natürlich mit der Hand) für Tata besitzt jedes Kind 3 verschiedene Outfits, die alle aus dem gleichen, waschfreundlichen Stoff sind) sind nach einem Jahr stark abgenutzt und teilweise auch zu klein geworden und müssen somit erneuert werden. Die Wasserversorgung, die bisher über einen einfachen Schlauch zum Nachbarhaus sichergestellt wurde, ist wegen Umbauten so nicht mehr möglich. Die Kinder müssen also derzeit wieder jeden Tag bis zu zehnmal Wasser auf dem Kopf nach Hause transportieren. Endgültig kann dem nur durch den Anschluss an das städtische Wassernetz Abhilfe verschafft werden. Dazu werden also im nächsten Schritt zunächst Erkundigungen eingeholt bezüglich der Kosten, die auf uns zukommen werden. Außerdem sind die Küchenutensilien im Waisenhaus in einem sehr schlechten Zustand, jeden Tag für 16 Kinder frisch zu kochen ist für Tata extrem anstrengend. Die Lebensmittelpreise sind zudem wie erwartet recht stark gestiegen und die monatlichen Budgetplanungen für das Waisenhaus müssen daher angepasst werden.

Die ersten Einkäufe wurden bereits an die Waisenkinder verteilt

Frau Kpodoh („Mommy“ wie die Kinder und ich sie nennen) und ich sind uns einig: Es ist viel zu tun und zwei Monate sind kurz, daher müssen wir sofort mit unserer Arbeit beginnen. Bereits der zweite Tag meines Aufenthalts wurde daher genutzt, um gemeinsam zum „Grand Marché“, dem großen Markt in der Stadt zu fahren und die ersten wichtigen Besorgungen zu erledigen: Das Waisenhaus verfügt jetzt endlich über neues Geschirr (Teller, Schüsseln, Trinkbecher) und Besteck für alle Waisenkinder sowie drei neue Kochtöpfe und weitere Kochutensilien wie Messer, Kellen und ein Schneidbrett. Zudem haben wir einen Teil der großzügigen Spende für alle Kinder von einem unserer Paten für den Kauf von neuen „Pagne“ genutzt. „Pagne“, Panje ausgesprochen, sind Stoffe mit afrikanischen Mustern, die hier in Togo in allen Lebenslagen genutzt werden: Sei es als Kleidungsstück für die Frauen, als Befestigung von Babys auf dem Rücken, als Grundlage für die hier sehr beliebte maßgeschneiderte Kleidung oder – was für die Kinder am wichtigsten ist – als Decke zum Schlafen.
Morgen werden die Kinder ihre diesjährigen Ergebnisse in der Schule bekommen – wir sind schon sehr gespannt. Ich werde im Laufe der nächsten Wochen weiter über die Arbeit hier vor Ort berichten.

Bis dahin viele Grüße aus dem derzeit leider verregneten Lomé

Lea Engel

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