Neues Projekt erfolgreich gestartet – Waisenhaus Cador ist nun auch Ausbildungsbetrieb

Im Rahmen meines zweimonatigen Aufenthalts hier vor Ort habe ich gemeinsam mit der Leiterin des Waisenhauses ein neues Projekt für das Waisenhaus Cador auf die Beine gestellt. In zwei Ateliers, die Teil der derzeitigen Unterkunft des Waisenhauses sind, aber bisher nicht genutzt wurden, haben wir nun zwei Ausbildungsbetriebe eingerichtet: Einen Friseursalon und ein Schneider-Atelier. Unser Ziel dabei ist es, jungen Togolesen, die nicht die finanziellen Mittel für eine Ausbildung haben, die Möglichkeit zu geben, kostenlos ihre Ausbildung zu absolvieren, ohne dabei im Waisenhaus Cador untergebracht zu werden. Zudem können die beiden Ausbildungsbetriebe auf lange Sicht zur Finanzierung des Waisenhauses beitragen.

Die neuen Ausbildungsbetriebe des Waisenhaus Cador

Ein Schneider-Atelier für das Waisenhaus Cador

Eine Ausbildung für ihre Kinder – für mittellose Familien unvorstellbar

Die Projektidee stammt von der Leiterin des Waisenhauses und hat sich bereits in den letzten Jahren entwickelt. Die Ausbildungssituation ist hier in Togo ein reelles Problem. Hintergrund dahinter ist, dass die Auszubildenden in Togo während ihrer Ausbildungszeit nicht nur unentgeltlich arbeiten, sondern zudem auch noch einen recht hohen Betrag als Ausbildungsgebühr noch vor Beginn bezahlen müssen. Für viele Familien ist dies schlichtweg finanziell nicht zu bewältigen. Die Jugendlichen bleiben also zu Hause und lernen keinen Beruf. Dagegen möchten wir unseren kleinen Beitrag leisten und zumindest einigen Jugendlichen mit finanziell schwachem Hintergrund die Möglichkeit geben, den Start in das Arbeitsleben zu schaffen.

Die Leiterin des Waisenhauses bei der Arbeit in dem kleinen Salon

Start in ein neues Leben durch eine kostenlose Ausbildung

Zu diesem Zweck haben wir nun also zwei Ausbildungsbetriebe eröffnet und haben auch bereits unsere erste Auszubildende im Friseursalon: Jeanette ist 19 Jahre alt und Vollwaise. Sie stammt ursprünglich aus Ghana und ging dort auch zur Schule, kam aber nach dem Tod ihres Vaters zurück nach Togo zu ihrer Mutter. Als diese auch verstarb blieb dem jungen Mädchen nichts anderes übrig als als Hausmädchen zu arbeiten. Sie hatte viel Pech mit ihrer Chefin, wurde sehr schlecht behandelt an ihrem Arbeitsplatz. Die Situation wurde schließlich so schlimm, dass sie floh und mit einigen Umwegen landete sie schließlich bei der Leiterin des Waisenhaus Cador. Jeanette hat nun vor kurzem ihre Ausbildung zur Friseurin begonnen und ist bisher sehr glücklich darüber. Ihre Chefin ist die Leiterin des Waisenhauses, die selber gelernte Friseurin ist. Und auch in dem Schneider-Atelier werden wir bald beginnen, junge Menschen auszubilden. Wir haben bereits einen Schneider gefunden, der sich darum kümmern wird. Es müssen nun lediglich noch einige kleinere Anpassungen in dem Atelier vorgenommen werden und dann können wir beginnen. Nähmaschinen sind bereits genügend vorhanden, es fehlen allerdings noch einige Materialien, die zum Schneidern benötigt werden.

Die Auszubildende Jeanette bei der Arbeit

Die Leiterin des Waisenhauses wird Jeanette beibringen Frisuren wie diese zu gestalten

Mein Aufenthalt hier in Togo neigt sich nun endgültig dem Ende zu, aber auch in Deutschland wird die Arbeit weiterhin intensiv weitergehen und es wird in den nächsten Wochen sicherlich weiter viel zu berichten geben.

Bis dahin noch einmal viele liebe Grüße aus dem schönen Lomé

Lea Engel

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