Geburtsurkundenprojekt für Waisenhaus Djidjiopé erfolgreich abgeschlossen

Neben den zahlreichen Projekten für das Waisenhaus Cador hat sich Lea Engel während ihres letzten Togo-Aufenthaltes auch um ein Anliegen im naheliegenden Waisenhaus „Centre Djidjiopé“ gekümmert. Die Problematik dort war, dass viele der dort lebenden Kinder keine Geburtsurkunde besitzen. Daraus ergeben sich für die betroffenen Kinder Nachteile in Bildung, Berufswahl und ihre persönliche Sicherheit ist nicht gewährleistet. Wir hatten darüber berichtet und mit Ihrer Hilfe schon einige Wochen vor Beginn des Projekts die Finanzierung sichergestellt.

Emilie mit einem Dankesbrief an die Projektinitiatorin Sophie Greiner

Weiterer Schulbesuch gesichert – Geburtsurkunden garantieren Chance auf Bildung

Jetzt, 6 Monate nach dem ersten Spendenaufruf, ist das Projekt nach einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit John Ayassou, dem Leiter des Waisenhauses, abgeschlossen. Nach ausgiebiger Recherche in den Heimatdörfern der betroffenen Kinder mussten wir letztendlich nur für vier Kinder eine neue Geburtsurkunde ausstellen lassen. Für Emilie, Zoé, Shalom und Epiphanie waren in ihren Heimatdörfern entweder keinerlei Familienangehörige mehr aufzufinden oder aber die Kontaktpersonen konnten uns keine Auskünfte über die Existenz einer Geburtsurkunde der Kinder geben. In den Unterlagen des Waisenhauses konnten wir aber zum Glück die genauen Namen der Eltern sowie ihre Geburtsdaten finden, sodass die Kinder nun eine Geburtsurkunde mit wahren Daten haben. Dies ist in Togo für Kinder aus armen Verhältnissen alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Zudem konnten wir die Originale von vier der elf Waisenkinder, sowie Kopien der Geburtsurkunden von weiteren zwei Kindern in den Unterlagen des Waisenhauses sicherstellen. Die Kopien reichen zunächst für alle schulischen Zwecke aus. Trotzdem haben wir auch für Espoir und Noel weitere Nachforschungen angestellt und erwarten, innerhalb des nächsten Jahres auch hier die Originale von verbleibenden Familienmitgliedern zu erhalten. Alle Kinder, die in den nächsten Jahren eine weiterführende Schule besuchen werden, verfügen nun also über eine eigene Geburtsurkunde bzw. eine Kopie davon.

Die kleine Gracias hat eine schwere Vergangenheit hinter sich – dies hat Auswirkungen bis heute

Schwierige Familienverhältnisse erschweren das Projekt

Nur für eins der Kinder hat sich die Suche nach Informationen als sehr schwierig gestaltet: die achtjährige Gracias stammt aus einer Familie mit einem schwierigen Hintergrund, ihre Mutter ist psychisch krank und ihr Vater drogenabhängig. Als sie vor einigen Jahren in das Waisenhaus Djidjiopé kam, hat sie auf eigenen Wunsch hin ihren Namen von „Akpene“ in „Gracias“ geändert und verweigert seitdem jegliches Gespräch über ihre Vergangenheit. Ein Kontakt zu ihren Eltern besteht nicht. Ihre Mutter hat das Heimatdorf des kleinen Mädchens anscheinend verlassen und ihr Vater ist schon seit Jahren nicht mehr auffindbar. Es ist nicht sicher, ob er noch am Leben ist. Es ist also mit ziemlicher Sicherheit nicht davon auszugehen, in diesem Umfeld eine Geburtsurkunde des Mädchens zu finden. Deshalb möchten wir auch für sie eine neue Geburtsurkunde ausstellen lassen. Dies stellte sich leider als problematisch heraus: Denn dazu benötigen wir den vollständigen Namen beider Elternteile, aber der Name ihrer Mutter ist leider nicht bekannt. Dies stellt für die togolesischen Behörden ein Problem dar und sie weigern sich, eine Geburtsurkunde ohne Namen der Mutter ausstellen zu lassen. Die Recherche geht also weiter: Der Leiter des „Centre Djidjiopé“ hat noch einige Kontaktpersonen im Heimatdorf Gracias, die uns eventuell noch weiterhelfen könnten. Sollte dies nicht der Fall sein, muss im äußersten Notfall ein fiktiver Name für die Mutter auf dem Dokument eingetragen werden. Wir bleiben auf jeden Fall engagiert, damit auch Gracias so bald wie möglich eine Geburtsurkunde besitzt.

Die Kinder des Waisenhauses Djidjiopé sind sehr glücklich über unsere Hilfe

Ein Stückchen näher an einer besseren Zukunft – das Waisenhaus Djidjiopé sagt Danke für Ihre Hilfe

Anders als zunächst erwartet hat sich auch im Waisenhaus Cador nach ausgiebiger Prüfung der Unterlagen des Waisenhauses herausgestellt, dass dort ebenfalls im Bereich Geburtsurkunden Defizite bestehen: 5 Kinder besitzen noch keine Geburtsurkunden und für 5 weitere sind diese fehlerhaft. Auch hier haben wir bereits die ersten Schritte eingeleitet, um diesem Problem Abhilfe zu verschaffen. Zudem haben wir nicht das ganze Budget des Geburtsurkundenprojekts für das Waisenhaus Djidjiopé ausgeschöpft und konnten somit mit dem Restgeld dem finanziell stark angeschlagenen Waisenhaus bei den ausstehenden Mietzahlungen unter die Arme greifen. Sowohl die Kinder als auch der Leiter des Waisenhauses haben mir gegenüber ihre große Dankbarkeit für dieses Projekt ausgedrückt und diesen Dank möchte ich direkt an Sie, liebe Spender, weitergeben.

Vielen Dank, dass sie uns geholfen haben, eine kleine Ungerechtigkeit aus dem Weg zu schaffen und 8 Waisenkindern einen großen Schritt in eine bessere Zukunft zu ermöglichen!

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