Das Jahr 2014 im Waisenhaus Cador – was wir erreicht haben und wie es weiter geht

Ein weiteres Jahr ist vergangen und der Cador-Hilfe e.V. kann auf ein weiteres Jahr erfolgreiche Vereinsarbeit zurückblicken. Im Laufe des Jahres 2014 ist viel Gutes, aber auch manch Schlechtes im Waisenhaus Cador passiert. Nach den Feiertagen, die natürlich auch in Togo wieder ausgiebig gefeiert wurden, möchten wir mit Ihnen nun noch einmal auf die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres zurückblicken und einen Ausblick für das Jahr 2015 geben.

Bildung steht im Mittelpunkt

Nach einem ruhigen Start in das Jahr 2014 mit der Vergabe aller Patenschaften und der Unterzeichnung des Kaufvertrags für das Baugrundstück stand der Fokus im Waisenhaus Cador in der ersten Jahreshälfte ganz klar auf der Schulbildung. Obwohl es definitiv viel Verbesserungsbedarf in der Betreuung der Kinder bei den Schulaufgaben gab, zeigte sich im Sommer: Der Wechsel auf die Privatschule hat sich ausgezahlt. Alle Kinder haben das Schuljahr geschafft, drei von ihnen wechselten auf eine weiterführende Schule. Für viele der Waisenkinder war dies harte Arbeit, denn ihnen fehlen aufgrund der schwierigen Bildungssituation der letzten Jahre viele wichtige Grundlagen. Während der anschließenden Ferien konnten wir für die Schulkinder des Waisenhauses einen zweimonatigen Sommerkurs organisieren. Zwei Lehrer ihrer Schule unterrichteten sie dreimal die Woche und wiederholten einige Unterrichtsinhalte der letzten Jahre. Ende September starteten die Waisenkinder schließlich in das zweite Jahr auf der Privatschule, denn auch 2014 hat die Klasse 5fl3 des Gymnasium Sarstedt wieder vollen Einsatz gezeigt und die Schulgebühren für alle 13 Schulkinder gesammelt – dafür auch noch einmal hier herzlichen Dank! Natürlich steht auch 2015 die Bildung im Mittelpunkt im Waisenhaus Cador und somit im Fokus der Bemühungen des Cador-Hilfe e.V.: Wir arbeiten unaufhörlich daran, die Bildung der Waisenkinder weiter zu verbessern.

Die Schule steht im Mittelpunkt im Waisenhaus

Die Lebensqualität kontinuierlich verbessern – ein erfolgreiches Jahr

Neben einer Erhöhung des Bildungsstandards der Kinder ist die Verbesserung der Lebensqualität im Waisenhaus Cador eines unser größten Anliegen. Auch hier konnten wir 2014 dank Ihrer Spenden viel bewirken:

  • Die Versorgung mit fließendem Wasser im Waisenhaus, die zwischenzeitlich zusammengebrochen war, wurde endgültig sichergestellt.
  • Die in die Jahre gekommenen Küchenutensilien wurden erneuert, unter anderem wurden neues Geschirr und Besteck sowie neue Kochtöpfe angeschafft.
  • Neue, qualitativ hochwertige Matratzen für alle Waisenkinder wurden angeschafft.
  • Die Duschen im Waisenhaus wurden renoviert.
  • Die Kinder wurden mit neuer Kleidung, Decken und Schuhen ausgestattet.
  • Die „Hausuniformen“ der Kinder, die sie im Alltag im Waisenhaus tragen, wurden erneuert.

Neues Geschirr und Decken für die Waisenkinder

Daniel freut sich über die neuen Matratzen für ihn und die anderen Kinder

Wisdom ist stolz auf seine neue Kleidung

Miriam und Victoire in ihren neuen „Hausuniformen“

Freude und Sicherheit – was die Patenschaften im Waisenhaus bewirken

Die Geschenke ihrer Paten bereiteten den Kindern im Sommer viel Freude und sie reden bis heute sehr viel und gerne über ihre „Familien“ in Deutschland. Auch für die 14-jährige Brigitte, die im Sommer ins Waisenhaus zurückgekehrt ist, haben wir bereits Paten gefunden. Durch die Patenschaften konnten wir das ganze Jahr über die Grundversorgung der Waisenkinder aufrechterhalten: Drei reichhaltige Mahlzeiten sowie eine Zwischenmahlzeit pro Tag sind inzwischen zur täglichen Routine im Waisenhaus geworden. Auch Wasser, Elektrizität und Kohle sind immer ausreichend vorhanden. Auch die Miete wird regelmäßig und rechtzeitig gezahlt und wir konnten ebenso die Mietrückstände regelmäßig abbezahlen. Durch Ihre Unterstützung haben wir eines unserer größten Ziele für das vergangene Jahr erreicht: Es sind alle verbleibenden Mietrückstände inklusive Kaution bezahlt und das Waisenhaus Cador startet schuldenfrei in das Jahr 2015. Das ist angesichts der prekären Lage noch vor gut einem Jahr, als das Waisenhaus kurz vor der Zwangsräumung stand, ein riesiger und ganz wichtiger Erfolg!

Victoire freut sich über die Geschenke ihrer Paten


Das Bauprojekt – in kleinen Schritten zu unserem ehrgeizigen Ziel

Auch im Bauprojekt sind wir vorangekommen. Nachdem die Eigentumssituation endgültig geklärt war, wurden Vorbereitungen für die Errichtung einer zweiten Etage getroffen, Wasserleitungen gelegt und eine Klärgrube sowie zwei Sickerschächte gebaut. Im nächsten Schritt stehen die Verkleidung der Wände und die Errichtung der Deckenwände und Zimmerböden an. Auch der Bau eines dritten Sickerschachts sowie einer Ummauerung des Grundstücks, die in Afrika unabdingbar ist, ist geplant. Eine genaue Auflistung der benötigten Spenden für die anfallenden Kosten finden Sie auf der betterplace-Seite des Bauprojekts. Unser ehrgeiziges Ziel ist es, all dies im Laufe des Jahres 2015 zu schaffen und somit das Erdgeschoss noch dieses Jahr fertig zu stellen. Damit wir das schaffen können, benötigen wir weiterhin Ihre Hilfe! Sie können uns durch eine Spende auf unser Vereinskonto (s.u.) oder ganz bequem und sicher online über betterplace unterstützen. Wir vom Cador-Hilfe e.V. möchten uns hier noch einmal ganz herzlich bei allen Spendern des letzten Jahres für Ihre große Hilfe bedanken! Wir hoffen sehr, dass Sie auch 2015 an unserer Seite bleiben werden.

Noch viel zu tun – 2015 soll der Bau weitergehen

Neue Projekte, gleiches Ziel – der Cador-Hilfe e.V. im Jahr 2014

Zusätzlich zu den bestehenden Projekten haben wir 2014 auch mit neuen Projekten begonnen:

  • Das Waisenhaus Cador ist jetzt auch Ausbildungsbetrieb. Mit der Einrichtung von zwei Ausbildungsbetrieben in zwei bisher ungenutzten Ateliers im Waisenhaus möchten wir mittellosen Jugendlichen in Lomé eine kostenlose Ausbildung ermöglichen. Gleichzeitig sollen sie auf lange Sicht zur Finanzierung des Waisenhauses beitragen.
  • Das Geburtsurkundenprojekt für die Kinder des ebenfalls in Lomé gelegenen Waisenhauses Djidjiopé konnten wir im Sommer abschließen. Dabei haben wir auch in unserem Waisenhaus Defizite in diesem Bereich festgestellt und behoben: Sieben Kinder des Waisenhaus Cador hatten gar keine oder nur eine fehlerhafte Geburtsurkunde.
  • Wir vom Cador-Hilfe e.V. haben begonnen, Volontariate im Waisenhaus in Lomé zu organisieren. Damit bieten wir unentgeltlich die Organisation eines Freiwilligenaufenthalts in Lomé an. Für die Freiwilligen fallen dabei lediglich Kosten für Kost und Logis an. Sanaa – unsere erste Freiwillige – war so begeistert, dass sie dieses Jahr wiederkommen möchte. Bei Interesse an einem Volontariat kontaktieren Sie uns gerne – die Erfahrungsberichte sprechen für sich.

Jeanette ist die erste Auszubildende in dem neu eröffneten Friseursalon

Zoe bedankt sich mit einem Brief für ihre Geburtsurkunde

Bei der täglichen Arbeit mit den Kindern

Glück im Unglück – so geht es mit Gloria weiter

All diese Erfolge wurden letztes Jahr von dem Verkehrsunfall Glorias im August überschattet, bei dem ihr Fuß schwer verletzt wurde. Gott sei Dank und nur durch Ihre Unterstützung konnten wir das Leben des Mädchens retten und die hohen Behandlungskosten bezahlen. Gloria befindet sich weiterhin auf dem Wege der Besserung, die riesige Wunde an ihrem Fuß scheint sich gut zu entwickeln. Krankenpfleger und Ärzte schätzen, dass sie in wenigen Monaten geschlossen sein wird. Sie geht bereits seit Schulbeginn wieder zur Schule, auch wenn dies sehr mühsam ist mit Krücken, denn ihr Klassenraum befindet sich im zweiten Stock. Zweimal die Woche muss sie zum Verbandswechsel ins Krankenhaus. Doch damit geht Gloria – wie mit vielen anderen Situationen seit dem Unfall auch – bewundernswert um. Sie ist in der Zeit nach ihrem Unfall unglaublich stark und mutig gewesen und hat trotz aller Schwierigkeiten ihre Freude nicht verloren. Wir hoffen sehr, dass sich dies auch während der langwierigen Reha-Maßnahmen, die ihr in einigen Monaten bevorstehen, so fortsetzt. Noch immer steht nicht fest, ob sie je wieder normal laufen können wird, doch wir sind zuversichtlich. Zuversichtlich und vor allem dankbar dafür, dass wir Gloria die Behandlung in einer Privatklinik ermöglichen konnten, die nicht nur ihr Leben gerettet hat, sondern ihr auch die Chance auf eine vollständige Heilung ohne bleibende Schäden bewahrt hat. Dies war für uns vom Cador-Hilfe e.V. der größte Erfolg im vergangenen Jahr. Durch all die Menschen, die den Spendenaufruf weiterverbreitet haben, und natürlich all die Menschen, die uns – auch mit kleinen Beträgen – geholfen haben, haben wir es so schnell geschafft, Gloria zu helfen. Wir möchten uns hier noch einmal von ganzem Herzen bei all den Menschen bedanken, die uns in dieser Notsituation beigestanden und geholfen haben!

Gloria beim Verbandswechsel

Endlich realisiert – personelle Veränderungen im Waisenhaus

Der Unfall hat außerdem eine weitreichende Veränderung im Waisenhaus Cador nach sich gezogen: „Tata“ Vivianne hat das Waisenhaus verlassen und wir haben beschlossen, die Betreuungssituation der Waisenkinder von Grund auf zu verändern. Die Überforderung „Tata“ Viviannes hat nur einmal mehr gezeigt, dass eine Betreuungsperson für 17 Kinder einfach viel zu wenig ist. Darunter hat nicht nur der Bildungsstandard der Kinder gelitten, sondern auch die Qualität der Arbeit der Angestellten. Die begrenzten finanziellen Mittel haben uns stets davon abgehalten, mehr Arbeiter einzustellen. Trotzdem haben wir uns nach dem Unfall dafür entschieden, diesen Zustand zu verändern und nach den so dringend benötigten neuen Angestellten zu suchen. Und wir sind fündig geworden: „Tonton“ Gbati und „Tata“ Antoinette arbeiten seit Mitte September letzten Jahres im Waisenhaus Cador und kümmern sich dabei überwiegend um die Erziehung der Kinder und geben die so häufig vermissten Hilfestellungen bei den Schularbeiten. „Tata“ Antoinette wohnt zudem gemeinsam mit den Waisenkindern und übernimmt somit auch zahlreiche Aufgaben im Haushalt. Für das Kochen und die Wäsche ist seit Ende November „Tata“ Marie zuständig. Wir möchten damit sowohl den Lebensstandard und die Hygiene im Waisenhaus hoch halten, als auch den Waisenkindern die Erziehung und Bildung ermöglichen, die sie benötigen. Dies ist und bleibt unser Hauptziel und wir sind nun sehr viel besser dafür aufgestellt, diesem Ziel auch wirklich gerecht zu werden. Auch wenn dies zunächst bedeutet, an anderen Stellen Einsparungen zu machen, werden wir auf lange Sicht eine kontinuierliche Finanzierung für die gesamten Personalkosten sicherstellen, denn diese Investition ist es definitiv wert.

„Tonton“ Gbati bei der Arbeit mit den Waisenkindern

„Tata“ Antoinette erklärt Miriam ihre Matheaufgaben

„Tata“ Marie vor dem Waisenhaus Cador

Viel geschafft – und die Arbeit geht weiter

Das vergangene Jahr hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig unsere Arbeit im Waisenhaus Cador ist und wie viel wir tatsächlich in Lomé bewirken. Die Veränderung ist für die 17 Waisenkinder greifbar und sie drücken Tag für Tag ihre Dankbarkeit dafür aus. Diese Dankbarkeit möchten wir an Sie weiterleiten: Vielen Dank für Ihre Unterstützung im vergangen Jahr! Mit Ihrer Hilfe haben wir so viel geschafft, was noch bis vor kurzem unmöglich schien. Auch nach diesen Erfolgen bleibt viel zu tun, allem voran der Neubau des Waisenhauses. Wir hoffen, dass wir auch in diesem Jahr auf Ihre Unterstützung zählen können!

Wir vom Cador-Hilfe e.V. wünschen allen Mitgliedern, Paten, Spendern, Freunden und Bekannten nur das Beste für das Jahr 2015!

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