Freud und Leid – Glorias Fuß entwickelt sich gut, schwere gesundheitliche Probleme bei der Leiterin des Waisenhauses

Noch einmal kurz vor meiner Abreise hier aus Lomé melde ich mich mit Neuigkeiten aus dem Waisenhaus Cador. Glorias Gesundheitszustand entwickelt sich sehr erfreulich, im Bauprojekt geht es langsam aber sicher voran und wie üblich zu Ende meines Besuches hier erneuern wir Schuhe und Kleidung der Waisenkinder. Leider gibt es aber auch schlechte Nachrichten: Der Leiterin des Waisenhauses und Projektverantwortlichen hier vor Ort, Dorcas Kpodoh, die schon seit längerer Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, wurde eine schlimme Deformierung der Wirbelsäule diagnostiziert. Sie muss sich dringend behandeln lassen, ansonsten droht ihr jeden Tag Querschnittslähmung. Die Behandlung ist leider sehr kostspielig, allein die Kosten für die dringend benötigte Krankengymnastik belaufen sich auf voraussichtlich gut 600€, eine enorme Summe für die in bescheidenen Verhältnissen lebende Togolesin.

Ende in Sicht – Glorias Behandlung

Zunächst aber einmal zu den guten Neuigkeiten: Gut ein Jahr nach dem verheerenden Unfall im August vergangenen Jahres ist nun endlich ein Ende ihrer Behandlung für Gloria in Sicht. Die schlimme Wunde des Unfalls ist nun geschlossen und auch die Narbe der Folge-OP ist bereits gut verheilt. Vergangenen Montag waren wir zum letzte Mal zum Verbandswechsel im Krankenhaus, Gloria ist nun erstmals seit über einem Jahr wieder ohne Verband am Fuß – eine riese Erleichterung. Sie kümmert sich nun selber sehr gewissenhaft um die Narbe und wir hoffen, dass sie dadurch so gut wie möglich verblassen wird. Nun geht es darum, den Fuß möglichst gut wieder zu mobilisieren. Zu diesem Zweck wurden Gloria 24 Krankengymnastik-Sitzungen verschrieben, die sie bereits am Montag begonnen hat. Sie fährt nun dreimal die Woche zur Krankengymnastik in die Klinik, in der sie operiert wurde. Der behandelnde Arzt unterstützt uns weiterhin und erlässt uns jegliche Kosten für die Krankengymnastik, wofür wir sehr dankbar sind. Es fallen nun also nur die Transportkosten für die Fahrten in die Klinik an. Hierbei handelt es sich um vergleichsweise geringe Kosten, schätzungsweise 150€ für die gesamte Behandlungsdauer. Auch diese Kosten können wir glücklicherweise aus den Spenden des vergangenen Jahres bezahlen. Die restlichen Spenden dienen zukünftig als Notfall-Fond für medizinische Notfälle, um sicherzustellen, dass im Ernstfall genügend Bargeld vor Ort vorhanden ist, um eine adäquate Behandlung der Waisenkinder sicherzustellen.

Gloria einige Tage vor Abnahme des Verbands

Arbeiten auf dem Baugrundstück

Nach einer längeren Baupause aufgrund fehlender finanzieller Mittel wird nun auch auf dem Baugelände wieder gearbeitet. Derzeit wird eine solide Mauer um das Grundstück gezogen – hier in Togo ist das unerlässlich,  um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Auch die Kinder arbeiten ab und an ein bisschen auf der Baustelle mit, helfen beim Sand und Backsteine tragen. Bei unserem letzten Besuch auf dem Baugrundstück ist mir wieder sehr positiv die Entwicklung der Umgebung aufgefallen: Inzwischen haben etliche Menschen um uns herum Gebäude errichtet; die Schule, die direkt an unser Gelände angrenzt ist nun fast fertig gebaut und die Elektrizitätsleitung ist jetzt bereits bis sehr viel näher an dem Grundstück vorangeschritten. Es gibt bereits die ersten Verkaufsstände, kleineren Läden und Bars, die das Straßenbild in Lomé prägen,  in der Umgebung – meiner Meinung nach eine rasante Entwicklung im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Timothée beim Helfen auf dem Baugelände – auf afrikanische Art

Planungen für die nächsten Monate

Wie üblich kurz vor meiner Abreise treffen die Leiterin des Waisenhauses und ich derzeit die letzten Entscheidungen für Besorgungen, die in den nächsten Monaten anfallen. Besonders geht es dabei immer um Kleidung und Schuhe für die Kinder, die natürlich jedes Jahr weiter wachsen. Wir bleiben dabei unserem Prinzip treu, dass wir möglichst lokale Produkte und Dienstleistungen beziehen. So kaufen wir etwa nicht aus dem Ausland importierte (häufig gebrauchte) Kleidung, sondern kaufen Stoffe auf dem lokalen Markt und lassen anschließend von Schneidern im Viertel des Waisenhauses Klamotten für die Kinder schneidern. So unterstützen wir in unserem bescheidenen Rahmen auch die lokale Wirtschaft, was uns sehr wichtig ist.
In den nächsten Monaten werden je nach Bedarf die Stoffe, die wir während meines Aufenthaltes gekauft haben, verbraucht. Zudem werden wir Schuhe für die Jungs schustern lassen und neue Schuhe für die Mädchen kaufen. Hinzu kommen neue, robuste Sandalen für die Schule, sowie Gürtel für die Schuluniformen.

Jetzt und zukünftig: Esther Miriam & Victoire sind stets gut angezogen

Gesundheitszustand der Leiterin des Waisenhauses kritisch

Neben vielen guten Neuigkeiten gibt es leider auch eine schlechte Nachricht: Wie oben bereits erwähnt ist der Gesundheitszustand der Leiterin des Waisenhauses kritisch. Nach langer Zeit mit starken Rückenschmerzen wurde ihr nun eine schlimme Deformierung der Wirbelsäule diagnostiziert. Der Zustand ist anscheinend so kritisch, dass sie mit jedem Tag, den sie sich nicht behandeln lässt, eine Querschnittslähmung riskiert. Die Behandlung ist für die in bescheidenen Verhältnissen lebende Togolesin extrem kostspielig: Allein die dringend notwendige Krankengymnastik kostet insgesamt gut 600€. Der Arzt hat ihr zudem jegliche Art von körperlicher Arbeit verboten, womit sie ihren derzeitigen Beruf, die manuelle Produktion von Öl,  Seife & Nahrungsmitteln nicht mehr ausüben kann – eine große Sorge für sie und somit natürlich auch für uns. Dorcas Kpodoh ist gleichzeitig Projektverantwortliche und Vertrauensperson hier in Togo, ohne sie wäre unsere Arbeit für das Waisenhaus Cador nicht möglich. Wir möchten „Mommy Dorcas“, wie die Kinder und ich sie nennen, natürlich in dieser Notsituation nicht alleine lassen und hoffen daher auf Ihre Unterstützung! Ihre Genesung liegt uns nicht nur sehr am Herzen,  sondern ist auch essentiell für unsere Arbeit im Waisenhaus Cador. Ohne Mommy Dorcas gibt es kein Waisenhaus Cador! Ganz, ganz herzlichen Dank schon einmal im Voraus!

„Mommy“ Dorcas gemeinsam mit Lea Engel beim Austeilen der diesjährigen Patengeschenke

Ein vorerst letztes Mal sende ich liebe Grüße aus Lomé nach Deutschland

Lea Engel

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