Beatrice

Beatrice Gbomebge ist das älteste Mädchen im Waisenhaus Cador. Sie lebt seit ihrem 12. Lebensjahr im Waisenhaus und macht im Moment eine Ausbildung zur Schneiderin. Für ihr Alter ist sie bereits sehr verantwortungsbewusst. Neben ihrer Ausbildung kocht, wäscht und putzt sie oft für die anderen Kinder, um die Tata im Haushalt zu unterstützen. Beatrice stammt, wie viele der anderen Kinder auch, aus dem Dorf Bolou-Klokpoé, das nahe Tsevié und somit etwa zwei Stunden Fahrt von Lomé entfernt liegt.

Beatrice hat vier kleine Geschwister. Eines davon ist ihre kleine Halbschwester Miriam, die heute ebenfalls im ‚Centre Cador‘ lebt. Beatrice Mutter wurde ermordet als Beatrice 11 Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt waren ihre Eltern bereits getrennt. Beatrice Mutter lebte mit einem neuen Mann zusammen und gemeinsam hatten sie Miriam bekommen. Die Zweitfrau ihres neuen Mannes war jedoch eifersüchtig und ertränkte Beatrice‘ Mutter im Fluss, als diese gerade Wasser holte. Ihre Halbschwester Miriam war währenddessen – wie in Togo üblich – mit einem Tuch auf den Rücken ihrer Mutter gebunden und erlebte alles hautnah mit. Beatrice musste anschließend mit ansehen, wie die Leute aus dem Dorf vergeblich versuchten, ihre Mutter wiederzubeleben. Zunächst lebten Beatrice und Miriam danach für eine Weile bei ihrem Onkel, da ihr Vater kein Interesse an ihnen zeigte. Ihr Onkel war jedoch selbst zu arm, um neben seiner eigenen Familie die Kinder seiner verstorbenen Schwester zu ernähren. Während dieser schwierigen Zeit übernahm Beatrice die Verantwortung für Miriam und kümmerte sich wie eine Mutter um sie. Die Leiterin des Waisenhauses, die ebenfalls aus dem Dorf Bolou-Klokpoé stammt, nahm sich 2009 in dieser aussichtslosen Situation der Kinder an. Sie holte Beatrice und Miriam in das Waisenhaus Cador und ermöglichte den beiden damit einen Neustart. So erhielten die beiden Geschwister die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.

Inzwischen hat Beatrice die Schule bereits beendet. Sie ist insgesamt nur drei Jahre zur Schule gegangen. Dennoch beherrscht sie die Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen, was ihr die Möglichkeit eröffnete, einen Beruf zu erlernen. Sie macht nun seit Anfang 2012 eine Ausbildung zur Schneiderin. Dank ihrer Patin konnte die Ausbildungsgebühr bereits bezahlt werden. Als ältestes Mädchen im Waisenhaus hilft sie viel im Haushalt, beim Kochen, Putzen und Waschen, wie in Togo durchaus üblich, zusätzlich zu ihrer Ausbildung, bei der sie sich sehr motiviert zeigt.

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