Caleb

Caleb Agbo lebt seit seinem 8. Lebensjahr bei uns im Waisenhaus Cador. Er kommt aus einem kleinen Dorf mit dem Namen Anié, was nahe Atakpamé und damit in der Plateaux-Region, etwa drei Stunden von Lomé entfernt, liegt. Durch seine einfühlsame und fröhliche Art ist es immer sehr angenehm, mit Caleb Zeit zu verbringen.

Caleb hat drei Brüder. Die vier Kinder lebten bei ihren Eltern in einem verarmten Dorf und auch Calebs Familie hatte sehr wenig Geld. Seine Mutter verdiente ein wenig Geld mit dem Verkauf von selbst zubereiteten afrikanischen Gerichten. Ohne fließendes Wasser, Strom oder Gas war dieses jedoch eine sehr harte Arbeit, mit der man wenig Geld verdienen konnte. Calebs Vater war Feldarbeiter und bewirtschaftete ein kleines Stück Land. Auch die Söhne halfen schon seit ihrer frühen Kindheit bei der Arbeit auf dem Feld. Trotz harter Arbeit hatte die Familie kaum genug zum Überleben. Als Caleb vier Jahre alt war, starben sein Vater und bald darauf auch seine Mutter. Beide waren schwer erkrankt, aber das Geld reichte nicht für die Fahrt und Behandlung im weit entfernten Krankenhaus. Innerhalb von wenigen Monaten wurden Caleb und seine Brüder zu Vollwaisen. Fortan wuchsen die Kinder bei der Großmutter auf. Auch diese war sehr arm. Um die Kinder und sich durchzubringen, war sie gezwungen, trotz ihres hohen Alters auf dem Feld zu arbeiten. An einen Schulbesuch war für Caleb nicht zu denken. Er und seine Brüder wuchsen auf der Straße auf. Ein bisschen Geld verdienten sie mit der Arbeit auf dem großen dorfeigenen Markt. Dort transportierten sie schwere Einkäufe für die Kunden nach Hause. Dafür gab man ihnen ein paar Cent. Aus dieser ausweglosen Situation rettete ihn letztendlich der Pastor des Dorfes, indem er die Verbindung zum Waisenhaus herstellte. Bereits kurze Zeit später wurden er und sein bester Freund Israel, ein etwa gleichaltriger Nachbarsjunge im Waisenhaus Cador aufgenommen. Schon nach wenigen Monaten hatten sich die beiden gut an ihr neues Zuhause gewöhnt.

Heute geht Caleb in die 2. Klasse der togolesischen Grundschule. Er lernt langsam Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Schule fällt ihm nicht leicht, aber er bemüht sich jeden Tag aufs Neue. Caleb lebt eine Kindheit aus, wie er sie vorher nie hatte. Er spielt viel mit den anderen Jungen im Waisenhaus und liebt es, mit den anderen Kindern zu tanzen. Auch mit den Freiwilligen, die im Waisenhaus arbeiten, versteht er sich immer gut. Darüber hinaus hat sich sein Französisch in den letzten Jahren extrem verbessert.

Auf die Frage, was er später einmal werden möchte, antwortet Caleb, dass er Rettungshubschrauberpilot werden möchte, weil er sich nicht entscheiden kann zwischen Pilot und Arzt.

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