Emmanuel

Emmanuel Gawou lebt seit seinem 3. Lebensjahr im Waisenhaus Cador. Er ist geistig nicht so weit entwickelt, wie es seinem Alter entsprechen würde. Dadurch lernt er langsamer als andere Kinder. Seit letztem Jahr macht er nun jedoch eine Ausbildung zum Gemüsezüchter. Obwohl ihm das Lernen schwerfällt, kommt er schon gut in seiner Ausbildung klar. Emmanuel stammt, wie viele der anderen Kinder auch, aus dem Dorf Bolou-Klokpoe, das nahe Tsevié und somit etwa zwei Stunden Fahrt von Lomé entfernt liegt.

Emmanuel hat zwei jüngere Brüder. Über seine Kindheit ist nicht sehr viel bekannt. Seine Mutter war Analphabetin und kümmerte sich überwiegend um die Hausarbeiten. Außerdem half sie ihrem Mann bei der Bewirtschaftung seines Feldes. Aufgrund einer geistigen Behinderung war sie mit der Versorgung ihrer Familie überfordert. Emmanuels Vater bat daher die Leiterin des Waisenhauses um Hilfe. 2004 holte diese Emmanuel schließlich nach Lomé ins Waisenhaus Cador. Emmanuel war zu diesem Zeitpunkt drei Jahre alt. Dort begann für ihn ein neues Leben mit geregelten Mahlzeiten und einem eigenen Bett. Emmanuel lebte sich schnell im Waisenhaus ein. Kurze Zeit darauf starb sein Vater. Man versuchte, Emmanuel einzuschulen. Er wurde jedoch von der öffentlichen Schule verwiesen, da er aufgrund seiner verzögerten Entwicklung dem Unterricht nicht folgen konnte. Deswegen kann Emmanuel bis heute nicht lesen, schreiben oder rechnen. Da er nicht zur Schule gehen konnte, fing Emmanuel Anfang 2012 eine Ausbildung zum Gemüsezüchter an. Obwohl ihm das Lernen weiterhin schwerfällt, verfolgte er seine Ausbildung mit großem Eifer und kam gut zurecht!
Es war eine einfache, aber anständige Arbeit, die auch für Emmanuel leicht verständlich war und ihm die Perspektive eröffnen sollte, eines Tages eine Familie ernähren zu können. Meistens hatte er Spaß bei der Arbeit, obwohl es für einen Elfjährigen natürlich sehr anstrengend war, acht Stunden am Tag zu arbeiten, zumal Emmanuel sehr dünn und dadurch nur wenig belastbar ist. Dies liegt an einer extremen Mangelernährung in seiner frühesten Kindheit.
Leider verstarb sein Lehrherr 2014 und Emmanuel verlor seine Lehrstelle. Es ist sehr schwer, einen Ausbildungsbetrieb zu finden, der dem lernbehinderten Jungen eine Chance gibt, doch wir arbeiten unaufhörlich daran. In der Zwischenzeit bewirtschaftet Emmanuel einen kleinen Garten nahe des Hauses der Leiterin des Waisenhauses.

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