Esther

Esther Kpodoh lebt bereits seit ihrem 2. Lebensjahr im Waisenhaus Cador. Sie ist ein sehr fröhliches und lebendiges Kind. Zudem ist Esther nicht nur ein sehr hübsches Mädchen, sondern auch eine begabte Tänzerin. Esther stammt, wie viele der anderen Kinder auch, aus dem Dorf Bolou-Klokpoé, was nahe Tsevié und damit etwa zwei Stunden von Lomé entfernt liegt.

Seit ihrer frühsten Kindheit ist Esthers Mutter verschwunden, ihr Vater war Alkoholiker. Sie hat keinerlei Erinnerungen an ihre Mutter und ihren Vater kennt sie nur aus Erzählungen. Esther kam bereits als Baby zusammen mit ihrem großen Bruder Ivance ins Waisenhaus Cador. Ihre zwei kleineren Halbgeschwister blieben im Dorf zurück. Einige Jahre später starb ihr Vater, vermutlich an Leberzirrhose. Folglich wuchs Esther in einer großen Gruppe von Waisenkindern auf. Das ist für sie nicht einfach, da sie viel Aufmerksamkeit benötigt. Trotzdem hat das kleine Mädchen eine überaus lebensfrohe Art und wirkt im Alltag nahezu unbeschwert. Dass sie dennoch sehr empfindsam ist, fällt besonders auf, wenn Freiwillige, die mehrere Monate mit den Kindern verbracht haben, abreisen. Esther nimmt sich das oft sehr zu Herzen und ist dann aufrichtig traurig.

Esther geht gern zur Schule und lernt, abgesehen von kleinen Pausen, in denen sie herumalbert, auch nach der Schule sehr eifrig. Neben der Schule ist Esthers große Leidenschaft das Tanzen. Zusammen mit den anderen Kindern übt sie am Wochenende und in den Ferien mit viel Begeisterung verschiedene Choreografien zu afrikanischer Gospel-Musik ein. Häufig haben die Kinder auch Auftritte bei kleinen Festen, wo Esther jedes Mal aufs Neue alle Zuschauer verblüfft. Bereits mit acht Jahren war sie eine herausragende Tänzerin, die jeden mit ihrer Leidenschaft und Energie beeindruckte. Auf die Frage, was sie später einmal werden möchte, antwortet Esther, dass sie einmal das Waisenhaus übernehmen will, wenn die jetzige Leiterin die Arbeit nicht mehr schafft. Esthers Wunsch ist es, anderen Kindern die gleichen Möglichkeiten zu geben, die man auch ihr eröffnet hat.

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