Gloria

Gloria Kpade lebt bereits seit ihrem 3. Lebensjahr im Waisenhaus Cador. Sie ist künstlerisch äußerst begabt, hat aber in der Schule ein paar Schwierigkeiten. Gloria stammt, wie viele der anderen Kinder, aus dem Dorf Bolou-Klokpé, das nahe Tsevié und somit etwa zwei Stunden Fahrt von Lomé entfernt liegt.

Gloria ist das mittlere von fünf Kindern. Sie hat zwei Schwestern und zwei Brüder. Die Familie lebte von der Bewirtschaftung eines kleinen Feldes. Das Feld warf jedoch nicht viel ab, sodass alle Erträge ausschließlich zur Ernährung der eigenen Familie gebraucht wurden. Es reichte gerade so, um alle Familienmitglieder durchzubringen. Als Gloria ein Jahr alt war, starb ihr Vater, vermutlich an AIDS. Mit dem Tod ihres Vaters wurde das Leben der Familie noch einmal erheblich schwerer. Die Kinder mussten jeden Tag auf dem Feld mitarbeiten, um die Existenz zu sichern. Eineinhalb Jahre später verstarb auch Glorias Mutter, die seit einigen Monaten an einer tödlichen Krankheit litt. Wenig später holte die Leiterin des Waisenhauses, die aus demselben Dorf stammt, Gloria und ihre beiden älteren Geschwister nach Lomé ins ‚Centre Cador‘. Die beiden Jüngsten kamen zu ihren Großeltern. In Lomé begann für Gloria ein neues Leben. Sie wuchs zusammen mit anderen Waisenkindern auf und begann schon bald, in die Schule zu gehen. Die beiden älteren Geschwister haben das Waisenhaus inzwischen verlassen.

Gloria besucht die Schule, das Lernen fällt ihr allerdings nicht immer leicht. Ihre Begabungen liegen vielmehr im künstlerischen Bereich. Sie kann ausgesprochen gut malen, singen und tanzen. Ihre beiden älteren Geschwister haben bereits eine Ausbildung begonnen und das Waisenhaus verlassen. Im Umgang mit Freiwilligen ist Gloria sehr freundlich und auch mit den anderen Kindern versteht sie sich gut. Auf die Frage, was sie später einmal werden möchte, antwortet Gloria, dass sie Ärztin werden möchte, damit sie kranken Menschen helfen kann.

Im August 2014 erlitt Gloria einen schweren Unfall, bei dem ihr Fuß schwer verletzt wurde und der sie fast das Leben gekostet hat. Ihre Fröhlichkeit und ihren Lebensmut hat sie sich aber trotz aller überstandenen Schmerzen erhalten und die Erfahrung hat sie in ihrem Wunsch bestärkt, eines Tages einmal Ärztin zu werden.

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