Das Land Togo – westafrikanischer Vielvölkerstaat fest in Familienhand

Das Land Togo liegt in Westafrika am Golf von Guinea. Das Klima ist ganzjährig tropisch-feucht (Ø 27-30°). Nachbarländer sind Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Derzeit wohnen dort geschätzt knapp 7 Mio. Menschen. Dabei ist das kleine Land ein Vielvölkerstaat: Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind die Ewe (ca. 40%) und die Kabiyé (16%), die meistgesprochenen Sprachen Ewe, Mina und Kabiyé. Amtssprache in Togo ist jedoch Französisch. Es herrscht Religionsfreiheit. Dabei sind etwa 50 % der Togolesen Animisten (traditionelle Naturreligionen), 29 % Christen und 20% Muslime. Hauptstadt und Regierungssitz ist die Millionenstadt Lomé an der Südküste des Landes, wo sich auch das Waisenhaus Cador befindet. Die Stadt ist wirtschaftlicher Dreh- und Angelpunkt des Landes und eher christlich geprägt. Faure Gnassingbé ist derzeit Togos Präsident. Er übernahm 2005 die Präsidentschaft nach fast 40 Jahren Amtszeit seines verstorbenen Vaters.

Togolesischer Sandstrand am Golf von Guinea

Eines der ärmsten Länder der Welt

Togo war von 1884 – 1916 deutsche Kolonie. Im Ersten Weltkrieg verlor Deutschland jedoch seine Kolonien. Togo war fortan unter französischer Verwaltung. 1960 erklärte das Land seine Unabhängigkeit von Frankreich. Noch heute ist das Land von der Kolonialzeit gebeutelt, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die wirtschaftliche Lage ist prekär: Die Arbeitslosigkeit liegt realistisch gesehen bei mindestens 50% mit steigender Tendenz. (Offizielle Angabe 2006 war jedoch 6,8%)  Togo ist zudem ein regenabhängiges Agrarland: Zwei Drittel der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Die wichtigsten Exportgüter sind Calciumphoshat, Baumwolle, Kaffee, Tee und Kakao. Viele Menschen jedoch verdienen sich ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf von Lebensmitteln, Haushaltsutensilien und anderen Kleinigkeiten. Die Straßenbilder Lomés sind gezeichnet von etlichen  von diesen Kleinhändlern.

Deutsche, togolesische und amerikanische Flagge im Taxi

Geld verdienen statt Schulbesuch

Die Bevölkerung des Landes leidet. Die Lebensmittelpreise steigen immer weiter und von den wirtschaftlichen Gütern profitieren nur einige wenige. Viele Menschen leben auf der Straße. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Togolesen beträgt 60 Jahre (In Deutschland sind es 80 Jahre). Die Kindersterblichkeit beträgt 5%. Auch AIDS ist ein Problem. Die medizinische Versorgung ist generell mangelhaft. Trotz gebührenfreier Grundschule sind zudem etwa 40% der Togolesen Analphabeten. Die Schulqualität ist besonders im ländlichen Raum unzureichend. Es herrscht extremer Lehrermangel, die Unterrichtsqualität ist auf einem alarmierend niedrigen Niveau. Kinderhandel ist besonders in Lomé ein großes Problem. Auch Kinderarbeit ist alltäglich: Viele Kinder müssen arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen.

Straßenhändler verkaufen Lebensmittel und andere Kleinigkeiten

Freundliche Überlebenskünstler

Lea Engel sagt über das Land: „Ich habe Togo als sehr gastfreundlich erlebt. Es ist ein wunderschönes Land, das viel zu bieten hat. Die Leute sind unglaublich herzlich. Das wenige, was sie besitzen, teilen sie. Sie haben, was uns oft fehlt: Aufrichtiges Interesse an anderen Menschen. Das Leben in Togo ist bunt, laut und aufregend. Für die meisten ist es jedoch vor allem eins: Ein täglicher Kampf. Diesen Kampf meistern die Togolesen mit einer bemerkenswerten Fröhlichkeit, die ansteckt.“

(Quellen: Wikipedia, CIA – The World Factbook)

Lea Engel erlebt die Gastfreundschaft des Landes Togo

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